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Zungenschrittmacher erweitert Therapieangebot bei Schlafapnoe

29.09.2026

HNO-Klinik am Elbe Klinikum Stade bietet Hypoglossusstimulation als Alternative zur Maskentherapie an.

Die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Elbe Klinikum Stade hat ihr Behandlungsspektrum für Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe erweitert. Mit der Hypoglossusstimulation, umgangssprachlich als „Zungenschrittmacher“ bezeichnet, steht seit mehr als einem Jahr auch in Stade eine moderne operative Therapieoption zur Verfügung. Das Verfahren richtet sich an ausgewählte Patientinnen und Patienten, bei denen die nächtliche Atemtherapie mit einer CPAP-Maske nicht ausreichend wirksam ist oder nicht vertragen wird.

Die Implantationen werden von der HNO-Klinik unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Randolf Riemann durchgeführt. Gemeinsam mit dem Leitenden Oberarzt Prof. Dr. Ozan Gökler erweitert er damit die bereits langjährige schlafmedizinische Expertise des Elbe Klinikums Stade um eine zusätzliche operative Behandlungsmöglichkeit.

Bei einer obstruktiven Schlafapnoe erschlafft die Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege während des Schlafs so stark, dass sich der Atemweg wiederholt verengt oder vollständig verschließt. Die Folge sind Atemaussetzer, die den Schlaf erheblich beeinträchtigen können. Die Hypoglossusstimulation setzt gezielt an dieser Ursache an: Ein kleines Stimulationssystem wird unter der Haut implantiert und mit dem für die Zungenbewegung zuständigen Hypoglossusnerv verbunden. Während des Schlafs erkennt das System die Atmung und stimuliert den Nerv passend zur Einatmung. Die Zunge wird dadurch nach vorne bewegt und der Atemweg offengehalten.

„Die Hypoglossusstimulation ist für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine sehr interessante Therapieoption, insbesondere dann, wenn eine CPAP-Therapie nicht ausreichend funktioniert oder nicht vertragen wird“, erklärt Prof. Dr. Randolf Riemann, Chefarzt der HNO-Klinik. „Entscheidend ist eine sorgfältige Diagnostik. Nicht jede Form der obstruktiven Schlafapnoe eignet sich für die Behandlung mit einem Zungenschrittmacher.“

Langjährige Erfahrung in der Schlafmedizin

Die notwendige Expertise in der Diagnostik schlafbezogener Atmungsstörungen ist am Elbe Klinikum Stade bereits seit vielen Jahren vorhanden. Seit 2010 wird unter der Leitung von Prof. Dr. Randolf Riemann die entsprechende Diagnostik im Schlaflabor durchgeführt. Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Schlafapnoe können dort umfassend untersucht und die Ursachen ihrer Beschwerden abgeklärt werden.

Vor einer möglichen Implantation des Zungenschrittmachers sind weitere Untersuchungen erforderlich. Dabei wird unter anderem beurteilt, wie und an welcher Stelle sich die oberen Atemwege während des Schlafs verschließen. Zudem müssen bestimmte medizinische und anatomische Voraussetzungen erfüllt sein.

„Mit der Hypoglossusstimulation können wir geeigneten Patientinnen und Patienten eine wirksame Alternative zur klassischen Maskentherapie anbieten“, sagt Prof. Dr. Ozan Gökler, Leitender Oberarzt der HNO-Klinik. „Von der schlafmedizinischen Untersuchung über die Beurteilung der individuellen Voraussetzungen bis zur operativen Therapie können wir die notwendigen Schritte eng aufeinander abstimmen.“

Diagnostik und Therapie wohnortnah

Mit der Hypoglossusstimulation erweitert das Elbe Klinikum Stade die Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe in der Region. Betroffene können die notwendige Diagnostik und – wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind – auch die operative Behandlung wohnortnah erhalten.

Eine unbehandelte obstruktive Schlafapnoe kann die Schlaf- und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Durch die wiederholten Atemaussetzer wird der Schlaf immer wieder unterbrochen, ohne dass Betroffene dies unbedingt bewusst wahrnehmen. Mögliche Anzeichen sind lautes Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer, morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und ausgeprägte Tagesmüdigkeit. Darüber hinaus ist eine obstruktive Schlafapnoe mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Mit der Kombination aus langjähriger schlafmedizinischer Diagnostik und der Hypoglossusstimulation bietet die HNO-Klinik am Elbe Klinikum Stade damit ein erweitertes Spektrum zur individuellen Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe.