Chronisch verengte Atemwege
Die Abkürzung COPD steht für „chronic obstructive pulmonary disease“. Gemeint ist eine chronische Lungenerkrankung, bei der die Bronchien dauerhaft verengt sind.
Typische Beschwerden sind:
Ursachen und Verlauf
Eine COPD entsteht durch eine chronische Entzündung der Atemwege. Die häufigste Ursache ist das Rauchen. Wird eine COPD festgestellt, ist ein vollständiger Rauchstopp eine der wichtigsten Maßnahmen, um ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Teilweise kann sich die Lungenfunktion anschließend sogar etwas verbessern.
Durch die Entzündung schwillt die Schleimhaut der Bronchien an. Die Atemwege werden enger und produzieren vermehrt Schleim.
Das Tückische an der COPD ist, dass die Veränderungen meist langsam entstehen und die Betroffenen ihre Beschwerden deshalb häufig erst spät wahrnehmen.
Akute Verschlechterungen
Bei einer COPD können plötzliche Verschlechterungen auftreten, die als Exazerbationen bezeichnet werden. Sie werden häufig durch Infekte ausgelöst.
Mögliche Anzeichen sind:
- zunehmende Atemnot,
- stärkerer Husten,
- vermehrter oder veränderter Auswurf.
Eine Exazerbation erfordert rasches ärztliches Handeln. Sie kann so schwer verlaufen, dass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig wird. Wiederholte Exazerbationen können außerdem die Abnahme der Lungenfunktion beschleunigen.
Schweregrade der COPD
Die Einteilung des Schweregrades berücksichtigt die Ergebnisse der Lungenfunktionsprüfung, insbesondere die Einsekundenkapazität FEV₁ und das Verhältnis von FEV₁ zur Vitalkapazität.
- Stadium I – leicht: FEV₁ mindestens 80 Prozent des Sollwerts und FEV₁/VC unter 70 Prozent; Beschwerden wie Husten und Auswurf können vorhanden sein.
- Stadium II – mittel: FEV₁ mindestens 50, aber unter 80 Prozent des Sollwerts und FEV₁/VC unter 70 Prozent; chronische Beschwerden wie Husten, Auswurf oder Atemnot können auftreten.
- Stadium III – schwer: FEV₁ über 30, aber unter 50 Prozent des Sollwerts und FEV₁/VC unter 70 Prozent; chronische Beschwerden können vorhanden sein.
- Stadium IV – sehr schwer: FEV₁ höchstens 30 Prozent des Sollwerts oder FEV₁ unter 50 Prozent des Sollwerts in Verbindung mit einer chronischen Einschränkung der Atmung.
Die individuelle Beurteilung und Therapieplanung erfolgen anhand sämtlicher Untersuchungsergebnisse und des persönlichen Beschwerdebildes.
Behandlungsmöglichkeiten
Zur Behandlung einer COPD können gehören:
- bronchienerweiternde Medikamente, meist zum Inhalieren,
- rasch wirksame Präparate für akute Beschwerden,
- lang wirksame Präparate für die Dauertherapie,
- inhalierbares Cortison in ausgewählten Fällen,
- Cortison als Tablette, Spritze oder Infusion im Rahmen einer kurzen, hoch dosierten Stoßtherapie bei einer Exazerbation,
- vollständiger Rauchstopp,
- regelmäßige Bewegung an der frischen Luft,
- Teilnahme an einer Lungensportgruppe.
Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern, akute Verschlechterungen möglichst zu verhindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Weitere Informationen finden Sie bei der Deutschen Atemwegsliga zum Thema COPD.