Elbe_Klinikum_Stade_-_Krankenhaus_am_schwarzen_Berg_

Die Geschichte der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude

Von kleinen Stadtkrankenhäusern zu modernen Gesundheitszentren

Die Geschichte der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude zeigt, wie sich aus kleinen Krankenhäusern moderne medizinische Versorgungszentren entwickelten. Seit dem 19. Jahrhundert prägen Wachstum, medizinischer Fortschritt und stetige Modernisierung die Standorte Stade und Buxtehude sowie ihre gemeinsame Entwicklung im Klinikverbund bis heute.

Elbe Klinikum Stade

Die Geschichte der Elbe Kliniken reicht in Stade bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Aus sozialem Engagement entstand 1842 an der Harsefelder Straße ein Krankenhaus mit zunächst zwölf Betten. Wegen steigender Patientenzahlen wurde die Einrichtung fortlaufend erweitert und professionalisiert. 1892 übernahm die Stadt Stade die Trägerschaft. Da die vorhandenen Gebäude den medizinischen und hygienischen Anforderungen zunehmend nicht mehr genügten, entstand ab 1929 ein Neubau an der Teichstraße.

Nach dem Zweiten Weltkrieg führten Bevölkerungswachstum, Materialmangel und eine starke Überbelegung zur Einrichtung mehrerer Hilfskrankenhäuser. Schließlich wurde ein moderner Neubau am Schwarzen Berg beschlossen. Das 1967 eröffnete Krankenhaus verfügte über zahlreiche spezialisierte Fachabteilungen, moderne Funktionsbereiche und einen Hubschrauberlandeplatz. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Standort kontinuierlich erweitert, technisch modernisiert und zu einem regionalen Schwerpunktversorger entwickelt.
 

1842 eröffnete das erste Stader Krankenhaus in der Harsefelder Straße 12 mit zwölf Betten (Bild 1). Der Neubau in der Teichstraße erweiterte 1929 mit rund 100 Betten die Kapazitäten deutlich (Bild 2). 1967 zog das Klinikum erneut um mit einem Neubau am Schwarzen Berg, dem heutigen Standort (Bild 3) und rund 570 Betten. Seit 2021 wird der gesamte Standort strukturell verändert. Das neue Bettenhaus (letztes Bild, links unten) macht den Anfang.

Elbe Klinikum Buxtehude

Die Geschichte des Elbe Klinikums Buxtehude begann 1885 mit dem Ausbau des Armenhauses Wedenhof zu einem Krankenhaus mit 20 Betten. 1929 nahm das Städtische Krankenhaus an der Bahnhofstraße mit zunächst 50 Betten seinen Betrieb auf. Durch das starke Bevölkerungswachstum stieg die Kapazität später auf 178 Betten. Zusätzlich wurde die ehemalige Herberge „Zur Heimat“ als Hilfskrankenhaus mit 56 Notbetten genutzt.

1962 entstand auf dem Buxtehuder Bullenberg ein neues Kreiskrankenhaus. Noch vor seiner offiziellen Eröffnung bewährte es sich während der schweren Sturmflut im Februar 1962. Am 1. März nahm es regulär den Betrieb auf. 1973 ging die Trägerschaft von der Stadt Buxtehude auf den Landkreis Stade über. Ein umfangreicher Um- und Erweiterungsbau wurde 1989 fertiggestellt.

Mit der Fusion der Krankenhäuser Stade und Buxtehude im Jahr 2001 begann ihre gemeinsame Entwicklung im Elbe Kliniken Verbund. Heute verbinden beide Standorte eine lange Tradition mit moderner Medizin, zunehmender Spezialisierung und einer kontinuierlichen Anpassung an die gesundheitlichen Bedürfnisse der Region.
 

Vom Armenhaus 1885 (Bild 1) zum Kreiskrankenhaus auf dem Bullenberg in den 60er Jahren (Bild 2). Umfangreiche Um- und Erweiterungsbaus in den 80er Jahren sowie von 2008 bis 2021 änderten das Klinikum grundlegend (Bild 3).

Chronik unserer Kliniken

Die Geschichte des Elbe Klinikums Buxtehude reicht bis in das Jahr 1885 zurück. Damals wurde das Armenhaus Wedenhof zu einem Krankenhaus mit 20 Betten ausgebaut. Im Jahr 1929 nahm anschließend das Städtische Krankenhaus in der Bahnhofstraße seinen Betrieb auf. Es verfügte zunächst über 50 Krankenhausbetten. Später wurde die Kapazität erst auf 75 und schließlich auf 178 Betten erhöht. Grund dafür war das deutliche Wachstum der Buxtehuder Bevölkerung durch Flüchtlinge sowie Pendlerinnen und Pendler aus Hamburg. Zusätzlich musste die frühere Herberge „Zur Heimat“ am Bollweg als Hilfskrankenhaus mit 56 Notbetten eingerichtet werden.

Im Jahr 1962 wurde schließlich das Kreiskrankenhaus Buxtehude in landschaftlich reizvoller und ruhiger Lage auf dem Buxtehuder Bullenberg errichtet. Bereits vor der offiziellen Eröffnung bestand das neue Krankenhaus seine erste Bewährungsprobe: Während der schweren Sturmflutkatastrophe im Februar 1962 nahm die Bevölkerung seine medizinischen Leistungen in Anspruch. Am 1. März 1962 wurde das Krankenhaus offiziell in Betrieb genommen.

Im Jahr 1973 übernahm der Landkreis Stade die Trägerschaft des Krankenhauses von der Stadt Buxtehude. Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Landkreis und im gesamten Einzugsgebiet weiter zu verbessern, wurde das Leistungsangebot in den folgenden Jahren kontinuierlich ausgebaut. Ein wichtiger Meilenstein war die Fertigstellung eines umfangreichen Um- und Erweiterungsbaus im August 1989. Im Rahmen dieser Baumaßnahmen entstand unter anderem eine neue Abteilung für Physikalische Therapie einschließlich eines Bewegungsbades.

Die Geschichte des Elbe Klinikums Stade reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Sie ist geprägt von sozialem Engagement, steigenden Patientenzahlen, medizinischem Fortschritt und zahlreichen baulichen Veränderungen. Aus einer kleinen gemeinnützigen Einrichtung mit zwölf Betten entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein moderner Schwerpunktversorger und ein zentraler Bestandteil des Elbe Kliniken Verbundes.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden erkrankte Menschen überwiegend zu Hause oder ambulant versorgt. Besonders Dienstboten, Handwerksgesellen und Lehrlinge lebten häufig unter schlechten hygienischen Bedingungen und hatten kaum Zugang zu einer angemessenen medizinischen Behandlung.

Vor diesem Hintergrund gründete sich 1831 in Stade der „Vaterländische Verein“. Eines seiner wichtigsten Ziele war die Einrichtung eines Krankenhauses für arme und mittellose Menschen. Zugleich sollte es dazu beitragen, die Ausbreitung ansteckender Krankheiten einzudämmen und auch auswärtigen Erkrankten Unterkunft und Pflege zu bieten. Ab 1833 sammelte der Verein mit Spendenaktionen, Lotterien und Benefizkonzerten die erforderlichen finanziellen Mittel.

1840 wurde an der Harsefelder Straße ein Grundstück erworben und am 25. Juli desselben Jahres der Grundstein gelegt. Am 1. Juni 1842 eröffnete das erste Stader Krankenhaus in der Harsefelder Straße 12 mit zwölf Betten. Die Nachfrage war von Beginn an groß: Bereits wenige Monate später mussten sechs zusätzliche Betten eingerichtet werden. Im ersten Betriebsjahr wurden mehr als 4.000 Verpflegungstage gezählt. Das Einzugsgebiet reichte weit über Stade hinaus – bis nach Balje, Lamstedt und sogar Altona.

Der zunehmende Bedarf an stationärer Versorgung führte schon früh zu Platzproblemen. Ab 1843 wurden deshalb zusätzliche Gebäude gekauft oder neu errichtet. Dort konnten insbesondere Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Patientinnen und Patienten mit ansteckenden Krankheiten versorgt werden. Bis zum Jahr 1900 stieg die Zahl der Betten auf 60.

Gleichzeitig entwickelten sich erste professionelle Strukturen. Die Zahl der Beschäftigten nahm zu, eine ärztliche Leitung und geregelte Pflegeabläufe wurden eingeführt. Auch Verwaltung, Verpflegung, Hygiene und Desinfektion erhielten einen höheren Stellenwert. Dennoch blieben unzureichende sanitäre Einrichtungen, schlechte Belüftung, fehlende Isoliermöglichkeiten und steigende Kosten große Herausforderungen.

Zum 1. April 1892 übernahm die Stadt Stade das bis dahin privat geführte Krankenhaus. Sie verpflichtete sich, die Einrichtung als allgemeines und allen Menschen zugängliches Krankenhaus fortzuführen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entsprach das Krankenhaus immer weniger den medizinischen und baulichen Anforderungen. Gutachten bemängelten unter anderem die räumlichen Verhältnisse und die unzureichenden Möglichkeiten zur Versorgung ansteckender Erkrankungen. Nach dem Ersten Weltkrieg verschärften steigende Patientenzahlen, längere Behandlungszeiten und die veraltete Infrastruktur die Situation.

In den 1920er-Jahren begannen daher umfangreiche Planungen für einen Neubau. Nach intensiven Diskussionen über die Finanzierung wurde 1929 mit dem Bau eines neuen Krankenhauses an der Teichstraße begonnen. Der Neubau verfügte zunächst über 99 Betten und konnte auf bis zu 120 Betten erweitert werden. Zusammen mit dem bisherigen Krankenhaus und dem Isoliergebäude standen zeitweise rund 300 Betten zur Verfügung.

Die Weltwirtschaftskrise führte zunächst zu einer geringeren Auslastung, bevor die Patientenzahlen erneut anstiegen. Zugleich entwickelte sich die ärztliche Spezialisierung weiter. Eigene Bereiche für die Chirurgie und die Innere Medizin entstanden, während externe Prüfungen zunehmend auch die wirtschaftliche Betriebsführung untersuchten.

Während der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs war der Krankenhausbetrieb von Mangel, finanziellen Belastungen und schwierigen Versorgungsbedingungen geprägt. 1938 wurde aufgrund einer reichsweiten Verordnung eine Schwesternschule eingerichtet. Im Jahr 1942 wurden dort 17 Schülerinnen ausgebildet.

Die nationalsozialistische Kriegswirtschaft beruhte in erheblichem Umfang auf dem Einsatz von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, insbesondere aus Polen und der Sowjetunion. Zu deren medizinischer Versorgung wurde 1942 beziehungsweise 1943 an der Teichstraße eine Lazarettbaracke errichtet. Gleichzeitig wurde die Beschaffung von medizinischen Geräten und anderen notwendigen Materialien immer schwieriger. Das Stader Krankenhaus war stark überbelegt und konnte zeitweise nur noch schwer und schwerst erkrankte Menschen aufnehmen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fehlte es an medizinischer Ausstattung, Kleidung und Materialien. Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung durch die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge und Vertriebener stark an. Die vorhandenen Krankenhausgebäude waren dem steigenden Versorgungsbedarf nicht gewachsen.

In Stade mussten deshalb mehrere Behelfs- und Notkrankenhäuser eingerichtet werden, unter anderem in der Berufsschule, der Camper Schule und der früheren Luftschutzschule. Ab 1947 konnten auf dem geräumten Flugplatzgelände in Stade-Süd mehrere ehemalige Kasernengebäude als Krankenhaus genutzt werden. Für rund 1,3 Millionen Reichsmark entstand dort das Krankenhaus Stade-Süd, wodurch die zuvor genutzten Hilfskrankenhäuser geschlossen werden konnten.

Die Nachkriegsjahre blieben dennoch von erheblichen Versorgungs- und Finanzierungsproblemen geprägt. Wie groß der Mangel war, zeigt eine Planung aus dem Jahr 1948: Auf dem Gelände des Krankenhauses Stade-Süd sollte eine eigene Hühnerfarm entstehen, da nach der Währungsreform keine ausreichende Versorgung mit Eiern mehr möglich war.

In den 1950er-Jahren wurde deutlich, dass nur ein vollständiger Neubau eine langfristige Lösung bieten konnte. Zunächst wurde eine Erweiterung an der Teichstraße geprüft. Gleichzeitig führten Überlegungen zur erneuten Nutzung des Flugplatzes dazu, dass auch für das Krankenhaus Stade-Süd eine neue Perspektive gefunden werden musste.

Es folgten intensive politische Diskussionen über Standort, Bettenzahl, Finanzierung und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis. 1958 wurde vereinbart, dass die Stadt Stade Trägerin des Krankenhauses blieb, während sich der Landkreis finanziell beteiligte. Parallel zu den Planungen an der Teichstraße wurde eine Alternative am Schwarzen Berg entwickelt.

Im Sommer 1960 stimmte der Rat der Stadt Stade dem Neubau an diesem Standort zu. 1961 begann die konkrete Umsetzung, am 16. Oktober 1962 wurde der Grundstein gelegt. Das Bauprojekt galt seinerzeit als eines der modernsten Krankenhausvorhaben Deutschlands. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von rund 25 Millionen D-Mark erhöhten sich im Verlauf der Planungen und Bauarbeiten auf knapp 39 Millionen D-Mark.

Am 25. August 1967 wurde das neue Krankenhaus am Schwarzen Berg offiziell eröffnet. Es verfügte über eine moderne Infrastruktur, getrennte Wege für Notfälle, Besucher und Wirtschaftsbereiche, einen Hubschrauberlandeplatz sowie Möglichkeiten für spätere Erweiterungen.

Zum medizinischen Angebot gehörten unter anderem die Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde, Orthopädie, Urologie und Pädiatrie. Ergänzt wurden diese Bereiche durch Radiologie, Pathologie und eine Zentralapotheke. Damit entwickelte sich das Stader Krankenhaus endgültig zu einem bedeutenden Versorgungszentrum für die gesamte Region.

Seit den 1970er-Jahren veränderten neue medizinische Verfahren und technische Entwicklungen den Krankenhausbetrieb grundlegend. Gleichzeitig nahm der Fachkräftebedarf insbesondere in der Pflege zu. Die Ausbildungsstrukturen wurden deshalb weiter ausgebaut. Unter anderem erhielten die medizinisch-technischen Assistenzberufe ein eigenes Ausbildungszentrum auf dem Krankenhausgelände.

Fortlaufende Investitionen verbesserten die technische Ausstattung, den Brandschutz und die Infrastruktur. In den 1980er-Jahren zeigten sich jedoch erneut räumliche Engpässe, insbesondere im Operations- und Intensivbereich. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Sozialministerium wurde ein zweistufiges Ausbaukonzept entwickelt. Es umfasste die Erweiterung des OP-Bereichs sowie den Ausbau der Intensiv- und Behandlungsbereiche. Der erste Bauabschnitt wurde 1990 abgeschlossen.

Ebenfalls 1990 entstand eine eigenständige psychiatrische Abteilung mit zunächst 40 Planbetten. Damit wurde die Psychiatrie organisatorisch von der Neurologie getrennt und als eigene Klinik etabliert.

Ein entscheidender Schritt erfolgte 2001 mit der Fusion der Krankenhausstandorte Stade und Buxtehude. Daraus entwickelte sich der heutige Elbe Kliniken Verbund. Mit der Mehrheitsübernahme der OsteMed im Jahr 2016 wurde der Verbund um den Standort Bremervörde sowie weitere medizinische und pflegerische Einrichtungen ergänzt.

Seit 2023 ist der Landkreis Stade mit 89,9 Prozent der Gesellschaftsanteile maßgeblicher Träger der Elbe Kliniken. Die enge kommunale Verankerung unterstreicht die besondere Verantwortung des Klinikverbundes für die medizinische Versorgung im Elbe-Weser-Dreieck.

Auch medizinische Ausbildung und internationale Zusammenarbeit wurden weiter gestärkt. Im Jahr 2024 eröffnete am Elbe Klinikum Stade eine Zweigstelle der Riga Stradins University. Damit erhielt Stade einen internationalen universitären Ausbildungsstandort für angehende Ärztinnen und Ärzte.

2025 wurde der zehnte Operationssaal in Betrieb genommen. Ein weiteres großes Zukunftsprojekt ist das neue Bettenhaus, dessen Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen ist.

Heute steht das Elbe Klinikum Stade für moderne, spezialisierte Medizin und eine umfassende Versorgung der Menschen in der Region. Seine Geschichte zeigt zugleich, dass zentrale Herausforderungen über die Jahrzehnte hinweg bestehen geblieben sind: steigende Patientenzahlen, räumlicher und baulicher Anpassungsbedarf, medizinischer Fortschritt, Finanzierung und die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte. Aus einem kleinen, durch Spenden finanzierten Krankenhaus ist so ein leistungsfähiges medizinisches Zentrum geworden, das sich kontinuierlich weiterentwickelt.