Pastorin Heike Kehlenbeck, Seelsorgerin am Elbe Klinikum Stade

Hinter den Kulissen

Seelsorge

Konfessionslose Seelsorge aus Liebe zu den Menschen

Sie sind beide evangelische Pastorinnen mit jahrzehntelanger Berufserfahrung und haben sich bewusst für die Arbeit im nichtkirchlichen Raum entschieden: Heike Kehlenbeck und Christine Schmid sind Seelsorgerinnen am Elbe Klinikum Stade und Buxtehude. In dieser Funktion stehen sie sowohl Patienten und Angehörigen als auch Mitarbeitern als Ansprechpartnerinnen und Zuhörerinnen zur Verfügung. Und das selbstverständlich in absoluter Vertraulichkeit. 

So fließen die Inhalte der Gespräche mit Patienten auch nicht in die medizinische Dokumentation ein. „Das ist für unsere Gesprächspartner eine große Entlastung, denn wir sehen sie in erster Linie als Menschen mit Fähigkeiten und nicht nur ihre Defizite, um die es sich im Krankenhaus naturgemäß häufig dreht“, sagt Heike Kehlenbeck. Diese Gespräche können dabei helfen, wieder in die eigene Kraft zu finden. Sie und ihre Kollegin begleiten bei einschneidenden Erlebnissen wie Geburt und Tod, leisten Beistand und helfen, neue Perspektiven zu finden. „Eltern, die ihr Kind während der Schwangerschaft verlieren, sogenannte Sternenkindeltern, begleiten wir auf Wunsch sehr eng und halten einmal pro Jahr eine gemeinsame Gedenkstunde für diese Kinder ab“, erklärt Christine Schmid. Die Zusammenarbeit mit den Friedhöfen in Stade und Buxtehude laufe dabei vorbildlich. Darüber hinaus bietet Christine Schmid am Elbe Klinikum Buxtehude einmal pro Woche den „Ankerplatz“ an, ein Gruppentreffen für geriatrische Patienten. Dabei arbeitet sie eng mit der Psychologin Susanne Dettmann und der Logopädin Greta Hermsdorf zusammen. Der Bereich Physiotherapie unterstützt die Patienten dabei, von den Zimmern in den Gruppenraum zu gelangen. „Beim gemeinsamen Singen und Sprechen über Lebenserinnerungen wird viel gelacht und das kann helfen, kognitive und emotionale Kräfte aktiv zu halten oder zu reaktivieren. Oder einfach den Krankenhausalltag für eine Stunde zu vergessen,“ ist Schmid überzeugt. Darüber hinaus begleitet sie die Klinikbücherei, die von Ehrenamtlichen geführt wird. Dreimal pro Woche kommen die Ehrenamtlichen mit ihren Bücherwagen auf die Stationen, aus denen sich jeder Patient kostenlos Bücher ausleihen darf. 

Heike Kehlenbeck feiert am Elbe Klinikum Stade mit den Patienten, die mögen, zweimal pro Monat Gottesdienst. Wer den Raum nicht erreichen kann, kann die Liveübertragung im Klinik-TV verfolgen. Regelmäßig lädt sie dazu lokale Ensembles ein, die den Gottesdienst mit ihren Instrumenten begleiten. „Vor allem das gemeinsame Singen erleben die Patienten als besonders schön“, sagt auch Kehlenbeck. Da Musik eine heilende und verbindende Wirkung zu haben scheint, organisiert sie im Advent regelmäßig Posaunen- und Flötenensembles, die auf den Stationen musizieren. „Wir erleben jedes Jahr, dass Patienten es als sehr belastend empfinden, wenn sie die Weihnachtszeit im Krankenhaus verbringen müssen“, sind sich Schmid und Kehlenbeck einig. Doch nicht nur für die Patienten sei dies eine schwierige Zeit, deshalb nehmen sich beide Seelsorgerinnen an den Feiertagen viel Zeit für Mitarbeitende im Haus.

Zum Gottesdienst am Heiligabend sind Patienten, Angehörige und Mitarbeitende gleichermaßen willkommen. Ich besuche außerdem an den beiden Feiertagen die Stationszimmer, um denen, die dann arbeiten müssen, frohe Weihnachten zu wünschen und ein bisschen miteinander zu sprechen,“ so Kehlenbeck. Christine Schmid lädt am Heiligabend zur Weihnachtsfeier auf der Geriatrie Station im Elbe Klinikum Buxtehude ein. Heike Kehlenbeck betreut darüber hinaus rund ums Jahr den „Raum der Stille“, der sich im Foyer des Elbe Klinikums Stade befindet, für jeden offensteht und zum Innehalten einlädt. Beten, Schweigen, Lesen – das alles ist hier in Abgeschiedenheit und doch mittendrin im Leben möglich. Auch Gebetsteppiche und -ketten für muslimische Gläubige stehen hier zur Verfügung. Denn das ist beiden Seelsorgerinnen gleichermaßen wichtig: Auch, wenn sie selbst vom evangelischen Glauben geprägt sind, ist ihr Angebot konfessionslos und steht jedem offen. Grundlage ihrer Arbeit ist dabei stets die Liebe zu den Menschen.