Arzneimitteltherapiesicherheit ist oberstes Ziel der Krankenhausapotheke
Dreizehnköpfiges Team versorgt nicht nur Elbe Kliniken Stade-Buxtehude mit Medikamenten
Sie befindet sich im Untergeschoss des Elbe Klinikums Stade, hinter ihren Türen verbergen sich gekühlte Lagerräume, Labore und Regale mit akkurat sortierten Medikamenten: Die Krankenhausapotheke. Die Arbeit des Teams um Apotheker Dr. Peter Dobberkau ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags in den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude.
Doch nicht nur dort, denn das Team versorgt auch die OsteMed-Klinik Bremervörde sowie externe Krankenhäuser im Umkreis von 100 Kilometern, die keine eigene Klinikapotheke haben, und bestückt Rettungswagen mit Medikamenten für Notfalleinsätze. „Es ist ein Privileg, eine eigene Apotheke im Haus zu haben,“ ist Dr. Dobberkau überzeugt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ärzte und Pflegeper-sonal haben Ansprechpartner für die Beratung rund um Medikationen, die Apotheke im eigenen Haus handelt stets in dessen wirtschaftlichem Interesse und ist spezialisiert auf die Bedürfnisse der Fachbereiche. Er muss es wissen, denn er hat sowohl Erfahrung in der Pharmaindustrie als auch in niedergelassenen Apotheken gesammelt.
Das Team setzt sich aus vier Apothekern, vier pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA), drei pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten (PKA) sowie zwei Transportdienstmitarbeitern zusammen. Regelmäßig nimmt es Praktikanten auf, die sich in der Ausbildung oder im Pharmaziestudium befinden. Die Krankenhausapotheke ist verantwortlich für die Beschaffung und Vorhaltung der benötigten Medikamente. Aber nicht nur die Bestellung gehört zu ihren Aufgaben, sondern auch die Herstellung. In der Rezeptur und Defektur mischen die PTAs u.a. Salben für die Klinik für Dermatologie in Buxtehude. „Eine eigene Rezeptur ist Voraussetzung für den Betrieb jeder Apotheke“, erläutert Dr. Dobberkau. „Diese Tätigkeit darf ausschließlich ausgebildetes pharmazeutisches Personal wahrneh-men“. Die nötigen Rohstoffe aus der Pharmaindustrie werden in der hauseigenen Analytik auf Qualitätsmerkmale überprüft und dürfen erst nach der Freigabe durch das Labor verarbeitet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Information und Beratung. Das pharmazeutische Fachwissen der Apotheker wird insbesondere bei der Begleitung der ärztlichen Visiten geschätzt. Der Austausch zur Medikation der Patienten erfolgt unmittelbar auf der Station.
Auch Logistik spielt eine große Rolle: Täglich werden Waren in großen Mengen angeliefert. Bei der Lagerung gilt es Herstellervorgaben zu beachten, denn einige Präparate müssen gekühlt aufbewahrt werden. Um Lagerpflege und Rechnungsstellung kümmern sich vorwiegend die PKAs, sie haben stets den Überblick über ein- und ausgehende Mengen, stehen in Kontakt mit Herstellern und dem Pharmazeutischen Großhandel. Unterstützt werden sie von den Transportdienstmitarbeitern, die Palettenware verräumen, die gepackten Medikamentenkisten verteilen sowie Transportfahrten zu den externen Häusern übernehmen.
„Wir verfahren streng nach dem Prinzip ‚first in, first out‘, um stets die Arzneimitteltherapiesicherheit und die einwandfreie Qualität der Präparate zu gewährleisten,“ erläutert Dr. Dobberkau. Darum ging es auch bei einem großen Projekt, an dem sein Team federführend mitgearbeitet hat. Zusammen mit der digitalen Patientenakte wurde auch das digitale Anordnungsprogramm für Medikamente einge-führt. „Wir sind von den Vorteilen der digitalen Medikation überzeugt, denn Verordnungen sind eindeutig, lesbar und transparent. Das Programm überprüft Wechselwirkungen zwischen den Medika-menten und Fachinformationen sind mit einem Klick verfügbar,“ erklärt Dr. Dobberkau. Digitalisierung ist Voraussetzung für die Einführung weiterer geplanter Prozesse, wie z.B. Unit Dose, bei dem Arzneimittel patientenindividuell verpackt an die Stationen geliefert werden.


