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Hinter den Kulissen

Sterilgutservicecenter (SSC)

So sorgt ein 30-köpfiges Team im Sterilgutservicecenter für sterile Medizinprodukte

Klemmen, Skalpelle, Schläuche, Scheren, Nierenschalen oder Wundhaken haben etwas gemeinsam: Es sind Medizinprodukte, die wiederverwendbar sind. Damit sie im OP, auf Station oder in der Ambulanz immer wieder patientensicher zum Einsatz kommen können, müssen sie gereinigt und sterilisiert werden, also absolut keimfrei sein. Dafür sorgen im Untergeschoss des Elbe Klinikums Stade die 30 Mitarbeitenden des Sterilgut-Service-Centers (kurz: SSC). Unter der Leitung von Sten Lewens durchlaufen die medizinischen Instrumente ein Kreislaufverfahren, das aus drei Phasen besteht: Dekontamination, Prüfen und Packen, Sterilisieren. „Wir starten im Dekontaminationsbereich, in dem die benutzten, also kontaminierten Instrumente 
angeliefert werden“, erläutert Lewens. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen – Kittel, Handschuhe, Maske und Visier sind hier Pflicht – werden diese demontiert, vorgereinigt, in Körbe sortiert und anschließend auf einem mehrstöckigen Beladungsträger in die Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (RDG) geschoben. „Deren Prinzip ähnelt dem einer Geschirrspülmaschine“, 
ergänzt Sonja Chouchane, stellvertretende Leiterin. Unter Zusatz von Reinigungsmitteln werden die Instrumente gründlich gespült und getrocknet.

„Unsere RDGs lassen sich aus Sicherheitsgründen nur von jeweils einer Seite be- und entladen. So stellen wir sicher, dass kontaminierte und saubere Instrumente nicht miteinander in Berührung kommen“, so Lewens. Die gereinigten Instrumente werden im Anschluss geprüft. „Wir sehen uns alles genau an und überprüfen die Analyse des Reinigungsgangs am PC, aus der die Temperatur, die Konzentration des Reinigungsmittels und einige andere wichtige Parameter hervorgehen,“ sagt Lewens. Nur wenn diese Werte in Ordnung sind, werden die Instrumente eingelagert oder direkt für ein neu zu packendes OP-Sieb verwendet. OP-Siebe beinhalten alle für einen operativen Eingriff benötigten Instrumente. Die Mitarbeitenden des SSC packen die Siebe im Zweischichtsystem sorgfältig anhand von standardisierten Listen, pro Tag etwa 300. Deren Umfang und Ausstattung variieren stark. „Es gibt Grund-Siebe mit bis zu 105 Teilen, aber auch ganz kleine, komplexe für spezielle Eingriffe“, so Chouchane. 

Ist ein Sieb gepackt, wird es fest in ein Vlies eingeschlagen und mit einem Scanlabel versehen, damit der spätere Anwender weiß, was sich darin befindet. Unter Vakuum und bei 134°C heißem Wasserdampf werden die verpackten Siebe im Anschluss in einem der drei Sterilisationsgeräte sterilisiert und getrocknet. „Die Kollegen des Transportdienstes liefern sie dann in den Zentral-OP 
hier in Stade, auf die Stationen, ins Elbe Klinikum Buxtehude oder ins MVZ,“ so Lewens. Das Team des SSC freut sich immer über Verstärkung, von ausgebildeten Fachkräften für Medizinprodukteaufbereitung ebenso wie von Quereinsteigern.