AltersTraumaZentrum (ATZ)

Spezialisierte Versorgung geriatrischer Traumapatienten

Das gemeinsame AltersTraumaZentrum (ATZ) der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Elbe Klinikum Stade und der Klinik für Geriatrie der OsteMed Klinik Bremervörde bietet eine umfassende und spezialisierte Behandlung für ältere Menschen nach Unfällen und ist nach den Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert.

Über das Zentrum

Mit zunehmendem Alter können selbst scheinbar harmlose Stürze schwerwiegende Folgen haben. Frakturen, Kopfverletzungen oder andere Unfallfolgen treten häufig gemeinsam mit bestehenden Erkrankungen auf und erfordern eine besondere medizinische Betreuung. Im AltersTraumaZentrum können Patientinnen und Patienten ab einem biologischen Alter von etwa 60 Jahren gezielt und ganzheitlich versorgt werden.

Gemeinsam für die bestmögliche Behandlung

Die Besonderheit des AltersTraumaZentrums liegt in der engen Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Unfallchirurgische und geriatrische Expertise werden von Beginn an miteinander verknüpft, um die Behandlung optimal auf die Bedürfnisse älterer Menschen abzustimmen.

Zum interdisziplinären Behandlungsteam gehören unter anderem:

  • Unfallchirurgie und Orthopädie
  • Geriatrie (Altersmedizin)
  • Speziell geschulte Pflegekräfte
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Psychologie und Neuropsychologie
  • Sozialdienst

Bereits frühzeitig werden alle notwendigen Fachdisziplinen in die Behandlung einbezogen. Gemeinsame Visiten und regelmäßige Abstimmungen sorgen dafür, dass medizinische, pflegerische und therapeutische Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt werden.

Medizinisches Angebot

Nach einer Verletzung steht nicht nur die Heilung der Fraktur oder der Wunde im Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist es, Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst schnell wiederherzustellen. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten können individuelle Behandlungs- und Rehabilitationskonzepte entwickelt werden, die auf die persönlichen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind.

Die standortübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Elbe Klinikum Stade und der OsteMed Klinik Bremervörde ermöglicht eine umfassende Versorgung entlang des gesamten Behandlungsweges. Regelmäßige Qualitätszirkel und gemeinsame Weiterentwicklungen der Behandlungsstandards tragen dazu bei, die Versorgung kontinuierlich zu verbessern.

Mit Zustimmung der Patientinnen und Patienten werden ausgewählte Behandlungsdaten anonymisiert an das bundesweite Traumaregister übermittelt. Die dort gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, medizinische Leitlinien weiterzuentwickeln und die Versorgung älterer Unfallpatientinnen und Unfallpatienten nachhaltig zu verbessern.

Die erfolgreiche Zertifizierung als AltersTraumaZentrum bestätigt die hohe Qualität der medizinischen Versorgung sowie die enge Zusammenarbeit der beteiligten Fachbereiche. Patientinnen und Patienten profitieren von einer abgestimmten Behandlung, kurzen Abstimmungswegen und einer Versorgung, die speziell auf die Anforderungen des höheren Lebensalters ausgerichtet ist.

Ältere Menschen haben aufgrund altersbedingter Veränderungen des Bewegungsapparates ein erhöhtes Risiko für Verletzungen nach Stürzen oder Unfällen. Bereits ein Sturz aus dem Stand kann zu schwerwiegenden Verletzungen führen.

Zu den häufigsten Verletzungen, die im AltersTraumaZentrum behandelt werden, gehören:

  • Hüftgelenksnahe Oberschenkelbrüche
  • Becken- und Beckenringfrakturen
  • Wirbelkörperfrakturen
  • Oberarm- und Schulterverletzungen
  • Handgelenksfrakturen
  • Knöchel- und Unterschenkelfrakturen
  • Kopfverletzungen
  • Verletzungen bei Mehrfacherkrankungen oder bestehender Osteoporose

Da ältere Patientinnen und Patienten häufig zusätzlich unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Demenz oder anderen chronischen Erkrankungen leiden, wird jede Behandlung individuell geplant und auf die persönliche Situation abgestimmt.

Aufnahme und Diagnostik

Nach der Aufnahme erfolgt eine umfassende Untersuchung durch das unfallchirurgische Team. Mithilfe moderner bildgebender Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) wird das genaue Verletzungsmuster festgestellt.

Gemeinsame Behandlungsplanung

Bereits zu Beginn der Behandlung werden sowohl die unfallchirurgischen als auch die geriatrischen Fachkräfte eingebunden. Gemeinsam beurteilen sie die Verletzung, bestehende Vorerkrankungen, die aktuelle Mobilität sowie individuelle Risikofaktoren.

Operative oder konservative Therapie

Je nach Art der Verletzung erfolgt eine operative Versorgung oder eine konservative Behandlung ohne Operation. Ziel ist es, eine sichere und möglichst schnelle Mobilisierung zu ermöglichen und Komplikationen zu vermeiden.

Frühzeitige Mobilisation und Therapie

Schon kurz nach der Behandlung beginnt die aktivierende Therapie. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten unterstützen die Wiederherstellung der Beweglichkeit und fördern den sicheren Umgang mit Gehhilfen. Ergotherapie und weitere therapeutische Angebote helfen dabei, die Selbstständigkeit im Alltag wiederzuerlangen.

Gemeinsame Visiten und kontinuierliche Betreuung

Während des gesamten Aufenthalts finden regelmäßige gemeinsame Visiten der beteiligten Fachbereiche statt. Dadurch können Behandlungsmaßnahmen laufend angepasst und optimal aufeinander abgestimmt werden.

Entlassungsplanung und Nachsorge

Bereits frühzeitig wird die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt geplant. Gemeinsam mit dem Sozialdienst und den behandelnden Fachbereichen wird geprüft, welche Unterstützung nach der Entlassung erforderlich ist. Dies kann beispielsweise eine geriatrische Rehabilitation, ambulante Therapien, häusliche Unterstützung oder die Versorgung in einer Pflegeeinrichtung umfassen.

Unser gemeinsames Ziel ist es, die Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten bestmöglich zu erhalten und eine sichere Rückkehr in das gewohnte Lebensumfeld zu ermöglichen.

Ansprechpartner

EKS_Unfallchirurgie-J-Franke
Dr. med.Jörg Franke
Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin, Notfallmedizin, Klinische Akut- und Notfallmedizin, Senior Hauptoperateur und Leiter EndoProthetikZentrum, Leiter AltersTraumaZentrum


Alexei Cabanillas Diaz
Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Innere Medizin, OsteMed Klinik Bremervörde

Leiter AltersTraumaZentrum, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Geriatrie, Palliativmedizin


EKS_Unfallchirurgie-F-Hierro-Barron
Felipe Alonso Del Hierro Barrón
Oberarzt

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Unfallchirurgie, Koordinator AltersTraumaZentrum, Hauptoperateur EndoProthetikZentrum


EKS_Unfallchirurgie-U-Hoekstra
Ulrike Hoekstra
Sekretariat Unfallchirurgie und Orthopädie